FASZINATION SÄNTIS

Scharen von Touristen strömen ab etwa 1850 ins Alpsteingebiet. Bis zu 1000 Personen ersteigen an einem schönen Sonntag den Säntis.
Den Säntis mit einer Eisenbahn zu erschliessen, liegt nahe.

Es ist auch die Zeit der Eisenbahnpioniere.
 

DAS 19. JAHRHUNDERT IST DAS ZEITALTER DER EISENBAHNPIONIERE.
 

1852 entsteht die sanktgallisch-appenzellische Eisenbahngesellschaft mit dem Ziel, eine Eisenbahn von Rorschach über St.Gallen nach Wil und später bis nach Winterthur zu bauen. 1855 kann das erste Teilstück dem Betrieb übergeben werden.

Auch die Region St.Gallen-Appenzell mit ihrer regen Industrie will sich an die neuen Verkehrswege anschliessen. Weitsichtige Persönlichkeiten aus dem Appenzellerland nehmen Einsitz in den Ausschüssen der sanktgallisch-appenzellischen Eisenbahngesellschaft.

Das Appenzellerland, vor allem das Alpsteingebiet, ist bereits im 19. Jahrhundert weitherum ein bevorzugtes Ausflugsziel und Naherholungsgebiet.

Observatorium und altes Gasthaus, nach einer Zeichnung von J Nieriker. aus einer Zeitschrift von 1889

ZUWACHS DER BESUCHERZAHLEN
 

1904 beträgt die grösste Tagesfrequenz auf dem Säntis l'300 Touristen. Es drängt sich geradezu auf, die willkommenen Touristen bequem ins Gebirge zu befördern.

Das Apppenzellerland ist um die Jahrhundertwende durch zwei Bahnen mit dem Netz der Schweizerischen Eisenbahnen verbunden. Schweizerische und ausländische Bergbahnen haben Erfolg. Viele Ingenieure beginnen, zum Teil utopische Projekte auszuarbeiten.

Für kaum eine andere Bergbahn wurde so viel geplant und projektiert wie für die Säntisbahn.

Rund drei Dutzend Projekte werden vorgelegt und auf ihre finanzielle und technische Verwirklichung geprüft. Favorisiert wird eine schienengebundene Adhäsions-, Zahnrad- und Standseilbahn von Appenzell über Wasserauen, Seealp und Meglisalp bis zum heutigen Gasthaus „Alter Säntis".

Die schroffe Nordseite des Säntis ist noch kaum erschlossen.

Bald nach der Eröffnung der Teilstrecke von Appenzell nach Wasserauen tauchen vor allem im Kanton Appenzell Ausserrhoden zahlreiche Konkurrenz-Projekte auf, die den Säntis von Norden her erreichen wollen. Sie bedeuten letztlich den Tod der Bahnerschliessung über Wasserauen - Seealp - Meglisalp.