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Die Bahn in der Landschaft


Von Gais nach Appenzell
 


Die Vorgeschichte

 

Obgleich Appenzell seit 1886 durch die „Appenzellerbahn-Gesellschaft“ erschlossen war, mochte man in Appenzell nicht so recht einsehen, weshalb die Appenzeller Strassenbahn in Gais enden sollte. Schon 1890 wurde Gais deswegen angefragt. Die junge A.St. war natürlich interessiert, sah aber keine Möglichkeit zur Finanzierung dieser Streckenerweiterung.

Deshalb ruhte das Projekt einstweilen.

Gar nicht interessiert zeigte sich die A.St. andererseits an einer Weiterführung auf den Gäbris, wie sie 1891 angeregt wurde.

 

1896 lagen dem Verwaltungsrat erstmals ernsthafte Pläne und Kostenberechnungen für die Strecke Gais—Appenzell vor und es entstand ein gewisser Druck, die Idee weiter zu verfolgen.

1898 legte die Gemeinde Gais erstmals Pläne vor, welche die heutige Kehrkurve vorsahen.

Bis 1902 folgte ein mühsames Seilziehen zwischen verschiedenen Interessengruppen um eine Konzession für die neue Strecke. Zwei Konzessionsgesuche wurden von den Kantonen oder vom Bund abgewiesen. Eine Konzession zur Benützung der Staatsstrasse für ein Tram wurde für zwei Jahre durch den Innerrhoder Grossen Rat erteilt, lief aber unbenützt ab.

 


Varianten

 

Zwei Varianten wurden ausgearbeitet:

  • Eine kürzere von etwas unter 3,3 km Länge und mit Zahnradstrecken. Die veranschlagten Kosten betrugen im Februar 1902 775‘000 Franken.
  • Eine 1300 m längere für reinen Adhäsionsbetrieb und mit Kosten von geschätzten 881‘000 Franken.

Die Bahn entschied sich für die Zahnradstrecke.

Bild: Sammlung Holderegger, undatiert


Finanzierung

Gesamtkosten tatsächlich


CHF


934‘495.09

Kapitalerhöhung
durch Aktienausgabe


CHF


588‘500.-

Fremdfinanzierung

CHF

350‘000.-

 


Der Bau der Strecke Gais—Appenzell

 

Technisch ist der Bau der Hauptstrecke weniger anspruchsvoll. Die Schienen wurden wie überall mehr oder weniger „in den Strassengraben“ gelegt.

Imposant ist allerdings der riesige Viadukt vor Appenzell, der das Bild des Talkessels vollständig verändert hat.

Gebaut wurde zudem überall gleichzeitig. Daraus erklärt sich die kurze Bauzeit von nur etwa einem Jahr. Am 1. Juli 1904 wurde die Strecke eröffnet.

 

Was wir nur aus einer viel früheren Studie kennen ist der Verlauf der geprüften Adhäsionsstrecke. Sie hätte dem Hirschberg entlang bis gegen Eggerstanden geführt. Die gebaute Strecke ist kürzer und steiler. Sie enthielt ursprünglich drei Zahnradabschnitte:

  • Viadukt Appenzell bis Hirschberg
  • Hirschberg—Rössli
  • Rössli—Sammelplat

 

Der Sitterviadukt im Bau. Das Baumaterial wurde der Sitter entnommen und mit einer Kiesbahn zur Baustelle gebracht.
Bild: Sammlung Holderegger, Herbst/Winter 1903/1904

Die Baustelle gegen Ende der Bauzeit, ungefähr von der heutigen Haltestelle Hirschberg aus gesehen.
Bild: Sammlung Holderegger, Frühsommer1904(?)

Bahnnostalgie am Sitterviadukt. — Fotos wurden schon immer manipuliert.
Bild: Sammlung Holderegger, wohl kurz nach Eröffnung

 

Fotolitho vom Anstieg zwischen Sitterviadukt und Restaurant Rank.
Bild: Sammlung Holderegger, 1908

Das heute verschwundene Gleis direkt vom Viadukt zum Hirschberg neben dem jetzt befahrenen Trasse.
Bild: Sammlung Holderegger, 1979

Die ehemalige Zahnrad-Strecke auf eine Luftaufnahme projiziert.
Bild: Museumsverein Appenzeller Bahnen / Google Earth

 

Die Kostenschätzung für die Strecke Gais—Appenzell im Original ...
Quelle: Archiv der politischen Gemeinde St. Gallen

… und als Transkription

Einladung zur Eröffnung
BQuelle: Archiv der politischen Gemeinde St. Gallen