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Ausstellung '125 Jahre St. Gallen - Gais'

125 Jahre
Bahnstrecke St. Gallen - Gais


Bild: mit freundlicher Genehmigung der Dokumentationsstelle Teufen

Vorgeschichte: die Bahn kommt in die Ostschweiz


Die Eisenbahn erobert Europa und die Schweiz


AUSLAND

1825 begann George Stephenson in der Nähe der nordenglischen Stadt Newcastle seine Versuchsfahrten mit dem ersten Personenzug der Welt. Dann ging es Schlag auf Schlag

1828 entstanden in Österreich-Ungarn und in Frankreich die ersten Bahnstrecken.

1829 in Nordamerika,

1835 in Belgien und Deutschland,

1837 in Kuba,

1838 in Russland,

1839 in den Niederlanden und in Italien.

 

 

 

 

 

 


SCHWEIZ

1836 befassten zürcherische Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft sich mit dem Plan , eine Bahnverbindung von Zürich nach Basel zu bauen. Am 15. Dezember 1837 wurde eine Bahngesellschaft offiziell gegründet. In den folgenden Jahren wurden die Vorarbeiten energisch vorangetrieben und die Kantone Zürich und Aargau erteilten auch schon die Baukonzessionen. Die Basler bevorzugten indes eher einen Schienenstrang nach Luzern und weiter Richtung Gotthard. Sie machten darum nicht mit und das ganze Projekt schlief ein.

Am 15. Juni 1844 wurde mit einem kurzen Stück von Basel nach St. Louis der Anschluss Basels an die «Elsässerbahn» realisiert.

1845 griff ein neues, im Frühjahr auf Betreiben des Zürcher Bahnpioniers Alfred Escher gegründetes «Comité» die alten Pläne wieder auf und konnte jetzt erste Erfolge erzielen.

Am 9. August 1847 wurde mit der berühmten «Spanisch-Brötli-Bahn» von Zürich nach Baden die erste rein schweizerische Eisenbahnlinie eingeweiht. Dabei handelte es sich aber im Grunde genommen um den äglichen Rest des nicht zustande gekommenen Projektes Zürich — Basel.


Wettlauf in der Ostschweiz


In der Ostschweiz wurde die Frage des Bahnbaues aktuell, als die Umstände einen

Entscheid über die Trasseführung von Zürich zum Bodensee

erforderten.

In der Ostschweiz wurde die Frage des Bahnbaues aktuell, als die Umstände einen Entscheid über die Trasseführung von Zürich zum Bodensee erforderten. Die beiden englischen Experten R. Stephenson, der Sohn des Erfinders der Dampflokomotive und H. Swinburne schlugen mit Rücksicht auf die günstigeren topographischen Verhältnisse in einem Gutachten vom 12. Oktober 1850 vor, die Bahn über Winterthur — Frauenfeld nach Romanshorn und allenfalls weiter nach Rorschach zu führen. Ein am 14. März 1852 gegründetes thurgauisches Eisenbahnkomitee unter Führung von Regierungsrat Egloff nahm diesen Vorschlag mit Begeisterung auf, rief damit aber umgehend die St. Galler und Appenzeller auf den Plan. Deren St. Gallisch-Appenzellische Eisenbahngesellschaft unter Leitung von Nationalrat Hungerbühler, St. Gallen, nahm ihre Tätigkeit im gleichen Frühjahr auf. Die grosse Bevölkerungsdichte des appenzellischen Hinterlandes, der starke Touristenverkehr und die beachtliche Industrialisierung liessen damals auch den Gedanken aufkommen, die Bahn statt über Gossau durch das Tal der Glatt über Herisau zu führen. Dieser Plan scheiterte jedoch, sowohl an den Meinungsverschiedenheiten als auch an den Kosten.

Beide Gesellschaften, die thurgauische wie die st. gallische, trieben nun den Bahnbau nach ihren je eigenen Ideen mit hohem Tempo voran und jede bemühte sich, zuerst am Ziel zu sein.

 


Bild: Wikipedia:
Geschichte der Stadt St. Gallen.Der Bahnhof in St. Gallen, um 1856, wohl Anlässlich seiner Eröffnung;
Stahlstich eines unbekannten Autors.

Am 16. Mai 1855

wurde die Thurtallinie von Winterthur über Frauenfeld nach Romanshorn, als erste, eingeweiht,

am 14. Oktober 1855

fuhr der erste Zug von Winterthur nach Wil,

an Weihnachten 1855


 
bis nach Flawil,

Mitte Februar 1856


bis nach Winkeln und

Mam 25. März 1856

wurde die ganze Strecke Winterthur—St. Gallen festlich eröffnet.

Noch 1856

wurde der Schienenweg bis nach Rorschach weitergeführt, im folgenden Jahr bis Rheineck.

Am1. Juli 1858

konnte auch die Strecke Rheineck — Chur dem Betrieb übergeben werden.

Quellen:

Primäre Quellen:
Stadtarchiv St. Gallen
Baudokumentation der Stadt St. Gallen
Staatsarchiv Appenzell A. Rh., Herisau
Geschäftsberichte der A.St./SGA
Appenzeller Bahnen

Sekundäre Quellen:
Hardegger, Josef: 100 Jahre Gaiserbahn; Herisau 1989
Gächter, Arthur: Die „Appenzeller Strassenbahn“, Selbstverlag des Verfassers als Hektografie, Teufen 1956

Bilder, soweit nicht einzel nachgewiesen:
Sammlung Werner Holderegger, Teufen
Museumsverein Appenzeller Bahnen

Pläne:
St. Gallisches Gebiet: Baudokumentation der Stadt St. Gallen (Ausnahmen speziell beschriftet)
Ausserrhodisches Gebiet: Staatsarchiv Appenzell A. Rh.
Fahrzeugpläne: Museumsverein Appenzeller Bahnen